Anzeichen für ein Impingement-Syndrom:
- Schmerz beim seitlichen Heben des Armes im Schultergelenk besonders im Radius 60-120 Grad
- Bewegungseinschränkung der Schulter und des Armes
- Schmerz beim Heben des Armes nach Hinten
- Schmerz am Oberarm außen, bei abrupten Bewegungen oder unter Belastung
- Schulterschmerz bei Nacht z. B. beim darauf Liegen
- Schmerz beim Autofahren
- Schmerz bei Druck auf den vorderen Gelenkspalt
- Bei anhaltenden Beschwerden können Schmerz im Bereich der HWS und im Nackenbereich dazu kommen
Sind die Muskeln, die den Oberarmkopf nach oben ins Gelenk ziehen verkürzt, wie z. B. der M. Bizeps , der M. Pectoralis minor, der M. Deltoideus dann stößt der Oberarmkopf ans Schulterdach (Akromion) und engt die dort verlaufenden Strukturen wie die Supraspinatussehne ein.
Ursachen können sein:
- Verschleiß des Schultergelenkes und der Sehnen vor allem der Supraspinatus Sehne
- Einlagerung von Kalkfragmenten in der Supraspinatus Sehne
- Verletzungen der Schulter
- Schleimbeutelentzündung (Schulterbursitis)
- Überanstrengung beim Sport, wie Tennis, Hand- und Volleyball, Schwimmen, Speerwerfen, Klettern und unausgeglichenes Krafttraining
- Berufe mit einseitigen Bewegungen, wie z. B. bei Musikern, Handwerkern (Überkopfarbeiten beim Maler etc.)
- Nach OP’s, wie Port für die Chemotherapie oder Herzschrittmacher. Hier wird der M. Pectoralis major und minor verkürzt, sowie das umliegende Gewebe. Als Folge werden die Umliegenden Muskeln beeinträchtigt und die Schulter nach vorn gezogen. Nur wenn diese Dysbalance durch Therapie und Übungen ausgeglichen wird, kann es zu einer dauerhaften Heilung kommen.
Neben den typischen Symptomen gibt die Ultraschalluntersuchung eine genaue Diagnostik. Da die Beschwerden oft ähnlich einer Schulterarthrose sind, kann ein Röntgenbild zusätzlich Aufschluss geben.
In der Regel ist eine OP nicht notwendig. Konservative Methoden mit Erfolg sind:
Triggerpunkt Technik, Stoßwellentherapie und ein angepasstes Dehnen und Muskeltraining, um die Verkürzung der Muskulatur und die Muskeldysbalancen auszugleichen.
Bei einer Schulterarthrose ist der Gelenkspalt des Schultergelenks im Röntgenbild sichtbar verschmälert. Beim Schulterimpingement zeigen die Aufnahmen hingegen oft eine Einengung des Abstandes zwischen Oberarmkopf und Schulterdach.
Bei Abspreizung des Armes verringert sich dieser bereits verschmälerte Raum (Subakromialraum) noch weiter und der Oberarmkopf stößt bei jeder Bewegung an das Schulterdach an (engl. impingement: “Anstoßen”). Das führt zu einer chronischen Entzündung unter anderem auch des darunter liegenden Schleimbeutels und den beschriebenen Schmerzen.
Sollte es zusätzlich eine Entzündung im Gelenk geben oder Knochenanbauten unter dem Schulterdach, die den Subakromialraum weiter verengen, kann dies durch eine kernspintomografische Untersuchung (MRT) festgestellt werden.
In der Regel sollten konservative Verfahren genutzt werden, bevor über eine Operation nachgedacht wird. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen. Je nach Stadium der Degeneration (Verschleiß) und den damit verbundenen Beschwerden kommen verschiedene konservative Behandlungsverfahren infrage:
Konservative Behandlung des Schulterimpingements:
Schonung der Schulter – die Ursache für die Schmerzen finden und meiden!
Eventuell ist eine Sportpause oder Pause von beruflicher Tätigkeit notwendig!
Medikamentöse Behandlung der Schmerzen und der Entzündung
Basistherapie ist der Einsatz von sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Diese lindern die Schulterschmerzen und hemmen zusätzlich Entzündungsreaktionen des Körpers. Vorteil sind die einfache orale Einnahme und die sehr geringen Nebenwirkungen. Bekannte Wirkstoffe dieser Gruppe sind Diclofenac (z. B. Voltaren®), Ibuprofen (z. B. Ibuhexal), Celecobix (z. B. Celebrex®). Abgeraten wird von dem Gebrauch von Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin®), da hier das Verhältnis zwischen Nutzen und möglichen Nebenwirkungen, etwa auf den Magen, ungünstig ist.
Stoßwellentherapie bei Schulterimpingement
Eine Stoßwellentherapie kann an der ursächlichen Verengung des Raums unter dem Schulterdach kaum etwas ändern. Die Behandlung ist aber in der Lage, die schmerzhaften Symptome zu verringern.
Die Stoßwellentherapie stammt ursprünglich aus der Behandlung von Nierensteinen. Die energiereichen Wellen können verkalkte Nierensteine zertrümmern, damit sie ohne Operation abgeleitet werden können. Durch technische Entwicklungen kommt diese Methode, die mit fokussierten Ultraschallwellen arbeitet, nun auch in der Behandlung des Impingement-Syndroms zum Einsatz.
Die Stoßwellenbehandlung ist damit in der Lage, Schmerzen zu verringern, sodass Triggerpunkt Technik, Muskeltraining und Krankengymnastik möglich werden. Durch den Einsatz der Stoßwellentherapie können Triggerpunkte in der Muskulatur (z. B. M. pectoralis minor und M. pectoralis major) gelöst werden, sodass sich die Stellung der Schulter verbessert und somit die Ursache für den Schmerz (z. B. Verengung des Raumes unter dem Schulterdach) bekämpft wird.
Um mittels Stoßwellentherapie einen deutlichen Effekt zu erzielen, sind in der Regel 3-4 Anwendungen in Abständen von jeweils 1-2 Wochen notwendig. Die Stoßwellenbehandlung ist damit in der Lage, Schmerzen zu verringern, sodass eine ausgedehnte Krankengymnastik möglich ist.
Zielführend sind außerdem Physiotherapie, Muskelaufbau und Verbesserung der Beweglichkeit.
Physiotherapeutische Übungen, mit denen die Muskelgruppen aktiviert werden, die den Hochstand des Oberarmkopfes verursachen. So kann die Enge unter dem Schulterdach minimiert werden und die Entzündung flaut ab.
Durch den Muskelaufbau im Bereich der Rotatorenmanschette lässt sich eine bessere Stabilität und Führung des Schultergelenks erreichen, die zur Entlastung der betroffenen Sehne führt. Lassen Sie sich bei den Übungen von uns beraten.
Physikalische Therapie: Kältetherapie und Wärmetherapie (Kryotherapie)
Im Rahmen der Kryotherapie setzt man Eis und Kompression ein – bei akuten Schmerzen mehrfach täglich. Leidet der Patient unter einer chronischen Erkrankung, hilft eher Wärme. Ziel der Therapie ist es, die Entzündung und dadurch verursachte Flüssigkeitseinlagerungen im entsprechenden Gebiet zu hemmen und somit eine schmerzlindernde Wirkung zu erreichen.
Die Kalkschulter, medizinisch als Tendinosis calcarea bezeichnet, ist eine schmerzhafte Erkrankung der Schultersehnen, insbesondere der Supraspinatussehne. Sie entsteht durch Kalkablagerungen im Sehnengewebe, die häufig auf eine Minderdurchblutung der Rotatorenmanschette zurückzuführen sind. Diese besteht aus vier Muskeln und deren Sehnen, die das Schultergelenk umgeben und stabilisieren.
Symptome einer Kalkschulter
Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und können plötzlich auftreten. Typische Symptome sind:
- Schmerzen bei Bewegung: Vor allem beim Heben oder Drehen des Arms treten stechende Schmerzen auf.
- Nachtschmerzen: Viele Betroffene können nicht auf der betroffenen Schulterseite liegen.
- Bewegungseinschränkungen: Das Anheben des Arms über die Horizontale hinaus ist oft nicht möglich.
Ursachen der Kalkschulter
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Eine verminderte Durchblutung der Rotatorenmanschette kann jedoch zu einer Minderversorgung des Sehnengewebes mit Sauerstoff führen, was die Bildung von Kalkablagerungen begünstigt. Risikofaktoren sind:
- Überkopfarbeiten: Berufliche Tätigkeiten oder Sportarten wie Volleyball oder Schwimmen, die häufige Überkopfbewegungen erfordern.
- Alter: Am häufigsten sind Personen zwischen 35 und 50 Jahren betroffen.
Diagnose
Zur Diagnosestellung führt der Orthopäde zunächst ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung durch. Bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder Ultraschalluntersuchungen können die Kalkablagerungen sichtbar machen und den Schweregrad der Erkrankung bestimmen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und der Intensität der Symptome:
Konservative Maßnahmen:
- Medikamentöse Therapie: Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln (z. B. Ibuprofen).
- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Mobilisation und Kräftigung der Schulter.
- Stoßwellentherapie: Einsatz von hochenergetischen Schallwellen zur Zertrümmerung der Kalkdepots.
Operative Eingriffe:
- Arthroskopische Kalkentfernung: Minimalinvasiver Eingriff zur Entfernung der Kalkablagerungen.
- Offene Operation: Bei großen oder ungünstig gelegenen Kalkdepots kann ein größerer Eingriff notwendig sein.
Unterschied zur Frozen Shoulder
Während die Kalkschulter durch Kalkablagerungen in den Sehnen gekennzeichnet ist, handelt es sich bei der Frozen Shoulder (adhäsive Kapsulitis) um eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergelenks aufgrund von Entzündungen und Verklebungen der Gelenkkapsel. Im Gegensatz zur Kalkschulter sind bei der Frozen Shoulder im Röntgenbild keine Verkalkungen sichtbar.
Prognose
In vielen Fällen kann die Kalkschulter konservativ erfolgreich behandelt werden. Bei anhaltenden Beschwerden oder großen Kalkablagerungen kann ein operativer Eingriff notwendig sein. Mit der richtigen Therapie ist die Prognose in der Regel gut, und die meisten Patienten erlangen ihre volle Schulterfunktion zurück.
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