Die Kalkschulter, medizinisch als Tendinosis calcarea bezeichnet, ist eine schmerzhafte Erkrankung der Schultersehnen, insbesondere der Supraspinatussehne. Sie entsteht durch Kalkablagerungen im Sehnengewebe, die häufig auf eine Minderdurchblutung der Rotatorenmanschette zurückzuführen sind. Diese besteht aus vier Muskeln und deren Sehnen, die das Schultergelenk umgeben und stabilisieren.
Symptome einer Kalkschulter
Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und können plötzlich auftreten. Typische Symptome sind:
- Schmerzen bei Bewegung: Vor allem beim Heben oder Drehen des Arms treten stechende Schmerzen auf.
- Nachtschmerzen: Viele Betroffene können nicht auf der betroffenen Schulterseite liegen.
- Bewegungseinschränkungen: Das Anheben des Arms über die Horizontale hinaus ist oft nicht möglich.
Ursachen der Kalkschulter
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Eine verminderte Durchblutung der Rotatorenmanschette kann jedoch zu einer Minderversorgung des Sehnengewebes mit Sauerstoff führen, was die Bildung von Kalkablagerungen begünstigt. Risikofaktoren sind:
- Überkopfarbeiten: Berufliche Tätigkeiten oder Sportarten wie Volleyball oder Schwimmen, die häufige Überkopfbewegungen erfordern.
- Alter: Am häufigsten sind Personen zwischen 35 und 50 Jahren betroffen.
Diagnose
Zur Diagnosestellung führt der Orthopäde zunächst ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung durch. Bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder Ultraschalluntersuchungen können die Kalkablagerungen sichtbar machen und den Schweregrad der Erkrankung bestimmen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und der Intensität der Symptome:
Konservative Maßnahmen:
- Medikamentöse Therapie: Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln (z. B. Ibuprofen).
- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Mobilisation und Kräftigung der Schulter.
- Stoßwellentherapie: Einsatz von hochenergetischen Schallwellen zur Zertrümmerung der Kalkdepots.
Operative Eingriffe:
- Arthroskopische Kalkentfernung: Minimalinvasiver Eingriff zur Entfernung der Kalkablagerungen.
- Offene Operation: Bei großen oder ungünstig gelegenen Kalkdepots kann ein größerer Eingriff notwendig sein.
Unterschied zur Frozen Shoulder
Während die Kalkschulter durch Kalkablagerungen in den Sehnen gekennzeichnet ist, handelt es sich bei der Frozen Shoulder (adhäsive Kapsulitis) um eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergelenks aufgrund von Entzündungen und Verklebungen der Gelenkkapsel. Im Gegensatz zur Kalkschulter sind bei der Frozen Shoulder im Röntgenbild keine Verkalkungen sichtbar.
Prognose
In vielen Fällen kann die Kalkschulter konservativ erfolgreich behandelt werden. Bei anhaltenden Beschwerden oder großen Kalkablagerungen kann ein operativer Eingriff notwendig sein. Mit der richtigen Therapie ist die Prognose in der Regel gut, und die meisten Patienten erlangen ihre volle Schulterfunktion zurück.
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