Körper in Heilung

Golferarm 

Beim Golferarm oder Golferellenbogen sind die Muskelansätze auf der Innenseite des Ellenbogens gereizt/ geschädigt und verursachen Schmerzen. Häufig liegt die Ursache in einer Überbelastung der Sehnen. 

 

Ursachen des Golferarms:

  • häufige Dreh- und Schraubbewegungen, z. B. bei Mechanikern
  • langes Arbeiten in einer Fehlhaltung
  • Bildschirmarbeit – nicht ergonomische Haltungen (Tastatur und Maus)
  • über längere Zeit ausgeführte Beugebewegungen der Hände, z. B. beim Malern, Holzhacken, Schneiden von Zutaten
  • ruckartiges Belasten von Hand und Unterarm, z. B. beim Golfabschlag und bei Wurfsportarten

Der Oberarm (Humerus) besitzt an seinem ellenbogennahen Ende zwei kräftige Knochenverdickungen, die sogenannten Epikondylen. Sie dienen als Sehnenansatzpunkte für die Muskulatur des Unterarmes und der Hand. 

 

Welche Muskeln sind beim Golferellenbogen (Epikondylitis humeri medialis)  betroffen?

Am medialen Epikondylus befinden sich die Sehnenansätze von Muskeln, die für die Hand- und Fingerbeugung und die Einwärtsdrehung des Unterarmes verantwortlich sind. 

folgende Muskeln sind betroffen: 

  • speichenseitiger Handbeugemuskel (Musculus flexor carpi radialis)
  • langer Hohlhandsehnenspanner (Musculus palmari longus)
  • ellenseitiger Handbeugemuskel (Musculus flexor carpi ulnaris)

 

Die Sehnenansätze der Unterarmmuskeln auf der Ellenseite sind beim Golferellenbogen gereizt. © bilderzwerg, Fotolia

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Auslösende Faktoren:

  • Verkürzung und Verspannung von Muskulatur am Übergang von Knochen zu Sehnen 
  • Häufige, monotone Bewegungen, die am Sehnenansatz zu entzündlichen Veränderungen führen
  •  kleine Verletzungen im Muskel- oder Bindegewebe (Mikrotraumata). 
  • Ein nicht gut stabilisierter Schultergürtel
  • Mangelnde Körperspannung

 

Symptome des Golferellenbogens:

  • belastungsabhängige Schmerzen an der Ellenbogeninnenseite
  • Schwellung und Rötung
  • mittelfristig Schmerzen bereits in Ruhephasen
  • in Hand oder Schulter ausstrahlende Schmerzen
  • erschwertes Zugreifen
  • in fortgeschrittenen Phasen Schmerz auch in Ruhe

Diagnostik: Wie erkennt der Arzt den Golferellenbogen?

Es gibt eine Reihe anderer Erkrankungen, die neben einem Golferarm für Beschwerden im Ellenbogengelenk verantwortlich sein können. Daher empfiehlt es sich für Patienten, möglichst frühzeitig einen Facharzt  für Orthopädie zu konsultieren.

Der orthopädische Spezialist klärt ab, ob zum Beispiel eine Entzündung der Schleimbeutel im Gelenk (Bursitis), eine durch Überlastung aktivierte Arthrose (Gelenkverschleiß) oder eine Gelenkblockade durch Sehnen oder Muskeln (Impingement) vorliegt. Auch eine Nervenreizung im Bereich der Halswirbelsäule (HWS-Syndrom) kann die Ursache für Ellenbogenschmerzen sein.

 

Der folgende Test kann den Golferarm sicher vom Tennisellenbogen unterscheiden:

Der Patient streckt seine Hand mit der Handfläche nach unten aus und drückt gegen einen Widerstand nach unten. Löst diese Bewegung Schmerzen aus, lautet die Diagnose ohne Zweifel Golferellenbogen.

Zusätzliche Untersuchungen sind in der Regel für die Diagnostik eines Golferarms nicht notwendig, außer der Orthopäde vermutet die Beteiligung anderer Erkrankungen. Beispielsweise gibt ein Röntgenbild Aufschluss über arthrotische Veränderungen oder freie Gelenkkörper im Ellenbogengelenk.

 

Konservative Behandlung des Golferarms:

Da Tennisarm und Golferellenbogen ähnliche Ursachen haben, sich die Beschwerden nur an unterschiedlichen Muskelgruppen manifestieren, werden beide Krankheitsbilder ähnlich behandelt.

Den schmerzenden Ellenbogen zu schonen ist die erste wichtigste Maßnahme, damit die akute Entzündung zurück geht. 

Der Patient sollte alle Bewegungen und Tätigkeiten, die zum Golferarm geführt haben, vermeiden und überdenken, wie er in Zukunft eine Überlastung des Armes umgehen kann. 

 

Am Arbeitsplatz hilft eine ergonomische Maus und Tastatur. 

Bei der Sportart sollte die Technik  überdacht und verbessert werden. 

Alle schonenden Bewegungen, die keine Schmerzen verursachen, sind erlaubt und fördern nachhaltig den Heilungsprozess.

Die kleinen Verletzungen und Risse an den Muskelansätzen benötigen etwas Zeit und eine gute Durchblutung, um vollständig auszuheilen. 

Die Stoßwellentherapie fördert die Durchblutung und regt  den Stoffwechsel, sowie die Selbstheilungsprozesse an. Bandagen oder Hilfsmittel wie eine Epikondylitisspange unterstützen den Patienten dabei in folgenden Punkten:

  • Die Muskulatur in Hand und Unterarm wird entlastet, da Bandage oder Spange den Muskelzug am Ellenbogengelenk reduzieren.
  • Durch das Abklingen der Gelenkentzündung hat der Patient deutlich weniger Schmerzen.
  • Bandagen stabilisieren den Gelenkbereich, sodass relativ schnell mit physiotherapeutischen Übungen begonnen werden kann. 

Professionelle Bandagen erhält man in Sanitäts- und Sportgeschäften.

Kinesio-Tapes und Akupunktur als Maßnahme zur Schmerzlinderung und Durchblutungssteigerung.

Physikalische Therapien: Kälteanwendung, Stoßwellen und Reizstrom

Bei einem akut entzündeten, stark schmerzenden Golferellenbogen empfinden die Patienten erfahrungsgemäß Kälteanwendungen als wohltuend. 

Ist der Schmerz schon chronisch, sind Wärmeanwendungen indiziert. 

Die Stoßwellentherapie arbeitet mit energiereichen Wellen und stellt bei Sehnenerkrankungen (Tendinopathien) wie dem Tennis- oder Golferarm eine gute Alternative zur Operation dar.

Medikamentöse Behandlung

Bei Bedarf und in Kombination mit anderen konservativen Therapieformen kommen beim Golferellenbogen schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. In leichteren Fällen reicht oft die Anwendung von Salben auf der schmerzenden Stelle aus. 

Bei starken Schmerzen können Schmerzmedikamente in Tablettenform, wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) genommen werden, zu denen Präparate mit den Wirkstoffen Diclofenac und Ibuprofen gehören.

Bei drohender Chronifizierung kann der Orthopäde unter Umständen die Injektion eines örtlich wirkenden (lokalen) Betäubungsmittels erwägen. Hier setzt er zum Beispiel Botulinumtoxin (Botox) direkt am geschädigten Sehnenansatz ein.

 

Bestimmte Kraft- und Dehnübungen können die Behandlung unterstützen. Wir helfen Ihnen gern und zeigen Ihnen Übungen, die sie selbst zu Hause ausführen können. 

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