Körper in Heilung

Tendinopathie und Achillodynie

Tendinopathie: Was tun, wenn die Sehnen schmerzen?

 

Sehnenreizungen (Tendinopathien) entstehen aufgrund wiederholter Fehlbelastungen. © VISUALPOINT, Adobe

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Was ist eine Tendinopathie?

Begriffe:

 

Bei einer Tendinopathie (Sehnenerkrankung) kommt es zu verschleißbedingten Veränderungen im Sehnengewebe. 

Betroffen sind häufig Sportler aber auch Menschen mit Übergewicht. Chronische Überbelastung, wiederholte Mikrotraumen und sport-, berufs- oder altersbedingte Verschleißerscheinungen sind meist Ursache für degenerative Veränderungen im Sehnengewebe. Diese Veränderungen sind Ursache für Schmerzen, die meist durch Schonung, Stoßwellentherapie und Kinesio-Tape gelindert werden können. 

Nur bei chronischen Sehenreizungen, denkt man über eine OP nach. 

Sehnen verbinden die Muskeln mit den Knochen und übertragen die Muskelkraft auf das Skelett. Durch diese Übertragung entsteht die Bewegung. 

 

Eine Sehne besteht aus faserigen Gewebestrukturen. Durch Überlastung entstehen kleinste Verletzungen, die zur Veränderung der Struktur führen. Dadurch entstehen Schmerz und Funktionseinschränkungen

 

Wenn vor allem der Sehnenansatz betroffen ist, spricht man von einer Insertionstendinopathie oder auch Enthesiopathie. 

Bekannte Beispiele dafür sind der sogenannte Tennisarm und Golferellenbogen.

Ursachen sind: 

  • Überanstrengung bei sportlicher Aktivität (30-35% aller Sportverletzungen)
  • Wiederholte alltägliche monotone Bewegungen im Beruf und Freizeit z. B. Berufsmusiker, Handwerker

 

häufigste Formen der Tendinopathie:

 

Diese Zustände können von leichten Schmerzen und Steifheit bis hin zu schweren Bewegungseinschränkungen reichen.

 

Tendinopathie der Schulter

Tendinopathien der Schulter entstehen häufig durch:

  • Überkopfarbeiten 
  •  Sportarten, bei denen die Arme oberhalb des Kopfes eingesetzt werden. (Volleyball, Gewichtheben, Schwimmen oder Werfen.)
  • Muskuläres Ungleichgewicht  (Schulterinstabilität, Enge unter dem Schulterdach /Akromion (Impingement Syndrom)
  • Dysbalance der Muskulatur (verkürzte Brustmuskulatur – Schulter steht nach vorn)

 

 In vielen Fällen ist die Supraspinatussehne in der Rotatorenmanschette betroffen. Aber auch die benachbarte Infraspinatussehne oder die lange Bizepssehne können geschädigt sein.

 

Wir helfen Ihnen gern, die Fehlstellungen mit bestimmten Übungen auszugleichen. 

 

Tendinopathie der Achillessehne

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne im menschlichen Körper. Dies ist nicht verwunderlich, denn sie muss enorme Kräfte aushalten – beim Sport oder auch im Alltag. Die Tendinopathie der Achillessehne (Achillodynie) betrifft häufig Läufer oder Athleten, die viel springen oder sprinten. Aber auch Menschen, die einer sitzenden Tätigkeit nachgehen, können  davon betroffen sein.

Fehl- oder Überbelastung begünstigen die Degeneration der Sehne und führen im schlimmsten Fall zum Achillessehnenriss. Eine Kombination aus Einlagenversorgung und Physiotherapie mit der regelmäßigen Durchführung exzentrischer Übungen erzielt in der Regel gute Ergebnisse bei der Behandlung von Tendinopathien der Achillessehne. Bei fortgeschritteneren Sehnenschäden hilft eine minimalinvasive Gewebeablation, die mittels hochfrequenter Ultraschallenergie beschädigtes Gewebe identifiziert und entfernt.

 

Tendinopathie der Peronealsehnen

 

Die Peronealsehnen verlaufen an der Außenseite vom Fuß. Sie verbinden die Wadenmuskulatur mit dem Fuß. 

Ursachen sind meist:

  • Eine chronische Überlastung
  • Fehlstellungen des Fußes (Hohlfuß, Valgusstellung des Rückfusses)

Verändert man die Ursache, kann auch die Tendinopathie dauerhaft heilen. 

 

Tendinopathie am Knie

Im Bereich des Kniegelenks ist die Patellasehne, die zweitstärkste Sehne des menschlichen Körpers, häufig von Reizungen betroffen. 

Vor allem Sprungsportarten wie Volleyball oder Basketball belasten die Patellasehne. Etwa 30–40 % aller Leistungssportler entwickeln im Laufe ihrer Karriere eine Tendinopathie der Patellasehne. Männer sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

Befindet sich die Reizung im Bereich der Ansatzstelle unterhalb der Kniescheibe, spricht man auch von einem Patellaspitzensyndrom. Schmerzen werden direkt unterhalb der Kniescheibe verspürt und verstärken sich besonders beim Springen oder Treppensteigen.

Bis zu 90 % der Patienten mit Patellaspitzensyndrom können konservativ behandelt werden. Zum Einsatz kommen z. B. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac. Auch andere Verfahren wie z. B. KälteanwendungenAkupunkturspezielle Übungen (konzentrisches und exzentrisches Training) oder Kinesio-Tape können Beschwerden lindern, allerdings fehlt der wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweis.

Das Patellaspitzensyndrom ist eine Erkrankung der Ansatzstelle der Patellasehne am Knochen. © Gelenk-Klinik

 

Tendinopathie an der Hüfte

Für Hüftschmerzen an der Außenseite des Hüftgelenks ist neben Schleimbeutelentzündungen oftmals eine gluteale Tendinopathie verantwortlich. 

Betroffen ist in den meisten Fällen die Sehne des mittleren Gesäßmuskels (M. gluteus medius) am Trochanter major. Man spricht daher auch vom Trochanter-major-Schmerzsyndrom.

Die Erkrankung betrifft vor allem Laufsportler und tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Eine erfolgversprechende Behandlung ist eine Kombination aus Physiotherapie und Eigenübungen.

 

Symptome der Tendinopathie:

Typische Symptome einer akuten Tendinopathie:

– Druck- und Anlaufschmerzen 

– Schmerzen bei Belastung

 – Schmerzsteigerung bei Dehnung und Kontraktion der Sehnen

– besonders stark, wenn die Sehnenreizung zu einer Entzündung geführt hat

– Kraftverlust und Bewegungseinschränkung

– Schwellungen und Rötungen über der betroffenen Sehne

– bei chronischer Tendinopathie verdickt sich die Sehne und wird zu einer knochenartigen Struktur (Folge von Mikroverletzungen und Narbenbildung)

 

Ursachen der Tendinopathie

Sportarten wie Volleyball erhöhen das Risiko für Tendinopathien, beispielsweise im Bereich der Schulter oder des Knies. 

Risikofaktoren:

  • mechanische Überlastung bei Sportarten, wie Volleyball, Tennis, Laufen, Gewichtheben
  • fehlende Erholungsphasen
  • Fehlstellungen
  • Alter
  • Übergewicht
  • systemische entzündliche Erkrankungen
  • Stoffwechselstörungen
  • bestimmte Medikamente (z. B. Kortison)

Es entstehen Mikrotraumata im Sehnengewebe. Wenn diese kleinen Verletzungen nicht genügend Zeit zur Heilung haben, summieren sie sich und es kommt zu einer chronischen Überlastung der Sehnen. 

Gibt man dem Körper nicht genügend Erholungsphasen nach intensiven Belastungen, steigt das Risiko, dass sich eine Tendinopathie entwickelt.

Ebenso problematisch sind Fehlstellungen in Gelenken wie ein Knick-Senkfuß oder eine Beinlängendifferenz sowie muskuläre Ungleichgewichte. 

Wenn die Belastung auf die Sehnen durch die Fehlstellung der Gelenke nicht gleichmäßig verteilt ist,  ist das Risiko für Sehnenreizungen erhöht. 

Eine falsche Technik bei sportlichen Aktivitäten oder alltäglichen Bewegungen beansprucht die Sehnen ebenfalls verstärkt. 

Mit steigendem Alter werden die Kollagenfasern, die das Grundgerüst der Sehnen bilden, weniger elastisch und weniger belastbar. 

Zusätzlich nimmt  die Durchblutung der Sehnen mit dem Alter ab, was die Heilung nach Verletzungen verlangsamt und die Regenerationsfähigkeit beeinträchtigt.

 

Behandlung der Tendinopathie

 

  • zuerst sollten schmerzhafte Bewegungen eingestellt werden, damit die Sehne heilen kann
  • Eine Ruhigstellung mit Schienen oder Bandagen kann sinnvoll sein
  • Kälteanwendungen helfen in der akuten Phase, die Schwellung und den Schmerz zu lindern
  • Entzündungshemmende Schmerzmittel wie NSAR als Tablette oder lokal  als Salbe
  • Die muskuläre Dysbalance sollte durch Übungen ausgeglichen werden (dabei helfen wir Ihnen gern)
  • Stoßwellentherapie verbessert die Durchblutung der Sehne und die Regeneration der Kollagenphasern
  • Stoßwellentherapie und Triggerpunkt Technik löst die Verhärtungen und Verklebungen im Bindegewebe und der Muskulatur, sodass sich die Sehne regenerieren kann

Achtung: Injektionen mit Kortison sind nur bei gleichzeitiger Schleimbeutelentzündung (Bursitis) empfehlenswert. Direkte Injektionen in die Sehne müssen vermieden werden, da sie zu einem Absterben von Sehnengewebe führen können!

Vereinbaren Sie gern einen Termin, damit wir Ihnen ganzheitlich helfen können. 

 

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